Ist nicht jede Musik irgendwie Blues?
Eine rhetorische Frage. Jedenfalls für Astrid Barth und ihre
Mitstreiter bei Get the Cat. über Genregrenzen setzt sich das Quartett
locker hinweg. Auf bluesige Balladen folgen Stücke mit einem deutlich
jazzigeren Einschlag, die ihrerseits abgelöst werden von Nummern, die
sich mehr in Richtung Soul bewegen.
Den gemeinsamen Nenner bildet die eindrucksvolle Stimme Astrid Barths.
Ihr dunkles Timbre lässt keine Wünsche offen: Zärtlich, schmeichelnd,
traurig, wütend, verzweifelt – gleich welche Stimmung präsentiert wird,
immer wirkt es glaubhaft, authentisch, nie aufgesetzt, gekünstelt oder
angelernt. Ein Organ mit Gänsehaut-Garantie.
Musikalischer Gegenpol ist Philipp Roemer mit seiner Gitarre. Locker
und leicht lässt er seine Finger über den Hals wandern. Akkorde und
Läufe gehen nahtlos ineinander über, bluestypische Licks wechseln sich
mit jazzigen Arpeggien ab. Für Gitarrenliebhaber ein echter
Leckerbissen.
Schlagzeug und Bass sorgen derweil für den Groove. Präzise und
druckvoll geben Ralph Schläger und Till Brandt den Rhythmus vor, dem
schon bald die ersten Fußspitzen im Publikum folgen. Wer ruhig sitzen
will, ist bei Get the Cat definitiv an der falschen Adresse.
Dabei stellen sie persönliche Eitelkeiten zurück. Technische
Glanzstücke werden den Zuhörern beinahe unaufällig untergeschoben.
Wichtig ist der Song,
dem sich alles andere unterordnet – mit dem Ergebnis, dass es
wunderbare, kompakte und in sich geschlossene Stücke zu hören gibt, die
allesamt aus der
Feder Till Brandts stammen.
Dass diese Mischung den Nerv des Publikums trifft, hat die Band sieben
Jahre lang unter dem Namen »Dog Party Blues Band« bewiesen. Mit neuem
Schlagzeuger und neuer CD geht es jetzt als Get the Cat geschmeidig
weiter.
Get the Cat im Radio
Im
April 08 waren Till und Astrid bei »Resonanzen« auf WDR 3 zu Gast. Was
Texas mit der Band zu tun hat, wo die Party hin ist und mehr über die
feinen Unterschiede zwischen Hunden und Katzen ist jetzt auch hier
nachzuhören. Benötigt werden dafür 10 Minuten, Flash und eine nicht
allzu langsame Internetverbindung.